In den letzten Jahren gab es immer wieder Berichte über biologische Invasionen, fremde Tiere und Pflanzen, die sich breit machen. Da ist von Killern, Eindringlingen, Krieg, Bedrohung und Kampf die Rede. Doch was steckt dahinter? Sind Tiere und Pflanzen, die aus anderen Teilen der Welt hierher oder von hier in andere Länder kommen, gefährlich? Wie kommt es überhaupt zu diesen weltweiten Bewegungen?

Waldmuseum Heidelbeck
„Die aktuelle Sonderausstellung im Wald- und Forstmuseum Heidelbeck begibt sich auf die Spuren der tierischen und pflanzlichen Neuankömmlinge“, erläutert Diplombiologin Dorothee Suray, die die Ausstellung kuratiert hat. Die Wanderung und Ausbreitung von Lebewesen in neue Lebensräume sei ein Prinzip des Lebens.

„Die Landschaften, wie wir sie heute kennen, sind das Ergebnis einer langen Abfolge von Veränderungen in der Gemeinschaft ihrer Bewohner, von Einwanderung und Verdrängung, Anpassung und Aussterben.“ Doch immer gab es Hindernisse, die auch für das reiselustigste Lebewesen nicht zu überwinden waren. Gebirge, Ozeane und ausgedehnte Wüsten setzten der natürlichen Ausbreitung von Tieren und Pflanzen Grenzen.
„Dann tritt der Mensch in Erscheinung und bietet ganz neue Möglichkeiten zum Erreichen neuer Lebensräume. Er legt Straßen, Kanäle und Brücken an, überwindet Ozeane und Gebirge mit Schiffen und Flugzeugen und verbindet so, was bisher getrennt war. Und die Tiere und Pflanzen nutzen diese Chance. Sie reisen mit dem Menschen, unbemerkt als blinde Passagiere oder ganz bewusst in Käfigen, Aquarien, Blumentöpfen und Samentüten.“
„Dorothee Suray hat ein brisantes Thema für ihre Ausstellung gewählt, das uns alle angeht“, loben Verbandsvorsteherin Anke Peithmann und Kalletals Bürgermeister Andreas Karger. „Die weltweite Verschleppung von Tieren und Pflanzen hat inzwischen unüberschaubare Ausmaße angenommen. Für viele Wissenschaftler stellt sie inzwischen eine der größten Bedrohungen für die Vielfalt der Erde dar. Aufklärung ist deshalb sehr wichtig“, sind Peithmann und Karger überzeugt. Suray ermögliche mit der Ausstellung, den Wegen der Neuankömmlinge zu folgen und zu erfahren, welche Folgen ihr Erscheinen in der neuen Heimat hat.

Peithmann und Karger laden deshalb zur Ausstellungseröffnung am Sonntag, dem 11. Mai 2014 um 15 Uhr nach Heidelbeck ein.

Zu sehen ist die Sonderausstellung „Neu hier?!“ vom 11. Mai bis zum 1. November 2014. Das Wald- und Forstmuseum Heidelbeck ist samstags, sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet.