Die Aktionsgemeinschaft „Blühende Landschaft Lippe“ hat in diesem Jahr Blühsamen für etwa 2,5 Hektar ausgegeben. Durch diese Aktion und viele weitere in den Kommunen, durch Imker- und Heimatvereine und durch Privatinitiativen wird die lippische Landschaft gegenwärtig deutlich bunter. Das freut die Menschen und die Insekten und ist für unsere Natur eine sichtbare Bereicherung. Denn auf der anderen Seite hält der Trend zur „Verschotterung“ von Vorgärten und Firmengeländen und zur „Versteinerung“ von Gräbern weiter an. Die Aktion „Blühende Landschaft Lippe“ sieht in ihrem Bestreben eine wirksame Gegenbewegung gegen eine ausgeräumte und sterile Stadt- und Dorflandschaft. Sie verzeichnet ein großes Interesse der Bevölkerung an einer blühenden Landschaft und sieht in den derzeitigen Schritten einen großen Erfolg.

Kommunale Blühfläche

Bildquelle: G. Putzberg: Kommunale Blühfläche

Die etwa 2.500 Samentütchen, die bislang in der Bevölkerung angekommen sind enthalten eine sogenannte „einjährige“ Samenmischung mit 14 unterschiedlichen Blühpflanzen. Sie sind vorrangig für den Hausgartenbereich gedacht. Die Pflanzen sind z.T. sogar essbar und können somit auch den Küchenzettel bei Salaten und Kräutern bereichern. „Einjährig“ heißt bei den Pflanzen, dass sie bereits im ersten Jahr zur Blüte und Samenbildung kommen. Damit sie sich wieder aussähen können, darf man sie nicht zu früh nach der Blüte abräumen und abschneiden. Diese Pflanzen bilden keine Stauden, sondern kommen in jedem Jahr durch Eigenaussaat neu. Allerdings wird sich die Pflanzengesellschaft im Laufe mehrerer Jahre ausdünnen und nur die für den Standort geeigneten Pflanzen werden sich durchsetzen.

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Bildquelle: Samentütchen Vorderseite

Die Aktionsgemeinschaft „Blühende Landschaft Lippe“ hat sich unter der Federführung der Regionalbewegung Lippe, dem Lippefreunde e.V., vor zwei Jahren konstituiert. Ihr gehören der Kreis Lippe und die sechszehn lippischen Kommunen, die Landwirtschaftskammer, der Lippische Landwirtschaftliche Hauptverein, der Kreisimkerbund, der Lippische Heimatbund, die Biologische Station Schieder, das Umweltzentrum Heerser Mühle, das Westfälische Freilichtmuseum in Detmold, Lippische Landeskirche und der Lippequalität e.V. an, der die ganze Aktion angestoßen hatte. Als Schirmherrin der Aktion fungiert uns Überzeugung und mit fachlichem Interesse Dr. Traute zur Lippe. Der Sprecher der Aktion ist als Vorsitzender der frühere Landespfarrer Günter Puzberg. Unterstützt wird die gesamte Aktion auch vom Projekt „B-WUSST“ der Peter Gläsel-Stiftung.

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Bildquelle: Feldrand

Für das kommende Jahr ist in etwa nochmals die gleiche Menge an einjährigen Samenmischungen zur Ausgabe vorgesehen, ausreichend für weitere 25.000 m². Die Tütchen für jeweils 10 m² können auch jetzt, wenngleich es für die Aussaat in diesem Jahr zu spät ist, in der Lippequalität-Geschäftsstelle im Kreishaus Detmold erworben werden. Weitere Initiativen auf kommunalem, gewerblichem und landwirtschaftlichem Gelände sind vorgesehen und erwünscht. Wobei gerade auch Brachflächen sich schnell zu einem Blühbiotop entwickeln, wenn man sie einige Jahre in Ruhe lässt. Solche wilden Blühbereiche sind neben bewusst angelegten insektenfreundlichen Blühflächen besonders wertvoll, weil sie auch für wildlebende Hummeln und Bienen Lebensraum bieten. Auf der Internetseite der Regionalbewegung Lippe (www.lippe-regional.de) kann man den Fortschritt der Aktion verfolgen. Damit dort alles verzeichnet ist, muss die Geschäftsstelle allerdings entsprechende Meldungen bekommen.