Gräberpflege und das Gedenken an Verstorbene gehören zum Monat November
wie Nebel, Regen und kühle Temperaturen. Auch das Thema Beerdigungen rückt nun wieder in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das merken u. a. die Mitarbeiter im Friedwald Kalletal: „Naturnahe Bestattungen sind nach wie vor im Trend, die Nachfrage nach unseren Bäumen als letzte Ruhestätte ist ungebrochen hoch“, berichtet Frank Homuth, Leiter des für den Friedwald zuständigen Forstreviers Kalletal beim Landesverband Lippe. Homuth und sein Team haben deshalb neue Flächen ausgewiesen
– und kürzlich den Online-Shop gestartet.
„Wir haben seit der Eröffnung des Friedwalds Kalletal im Jahr 2004 rund 1.600 Beerdigungen durchgeführt“, bilanziert Homuth. Entsprechend der Nachfrage hat er immer wieder zusätzliche Flächen in dem rund 61 Hektar großen Waldareal zwischen Erder, Varenholz und Langenholzhausen als Friedwaldfläche ausgewiesen. „Wir haben aktuell eine ca. drei Hektar große Fläche ausgesucht und hier viele neue, schöne
Friedwald-Bäume ausgezeichnet. Diese können nun als Gemeinschafts-, Familien-, Freundschaftsoder Partnerbäume reserviert bzw. genutzt werden.“
Doch nicht der Bestand allein wird für den Friedwald genutzt: Der Landesverband Lippe forstet auch gezielt für den Friedwald auf. So wurde eine ehemalige Fichten-Fläche südlich der Landstraße 781 am Zahlland, die 2007 durch den Sturm Kyrill nahezu komplett zerstört wurde, 2008 aufgeforstet – mit dem Ziel, die gepflanzten Bäume einmal für naturnahe Bestattungen zur Verfügung zu stellen. „Wir haben hier unterschiedliche Laubbäume gepflanzt: Ulmen, Linden, Roteichen, Bergahorn, Walnuss oder Rotbuche,
um nur einige zu nennen“, so Homuth. „Aufgrund ihrer Hanglage bietet diese Fläche einen reizvollen Blick nach Norden, über das Wesertal bis zur Porta Westfalica. Das wird viele am Friedwald Interessierte ansprechen“, ist er überzeugt.
Im Oktober haben Homuth und sein Team schließlich den Online-Shop gestartet: „Es wurden schon einige Bäume über den Shop ausgesucht und bestellt“, berichtet Homuth. Das Angebot sieht er als wichtige Ergänzung des Geschäftsbereichs: „Der Online-Shop richtet sich vor allem die Interessierten, die nicht mehr mobil sind und bequem von zu Hause aus einen Baum aussuchen möchten.“ Dazu bietet ihnen der Shop
Fotos, Weg- und Detailbeschreibungen sowie einen virtuellen Rundgang durch den Friedwald Kalletal.

Info:
Der Friedwald Kalletal wird seit 2004 vom Landesverband Lippe und der Friedwald GmbH (Griesheim) betrieben. Es gibt Freundschafts-, Partner- und Familienbäume sowie Gemeinschaftsbäume. Der Preis für einen Basisbaumplatz beträgt 490,00 Euro. Die
Gemeinschaftsbaumplätze variieren zwischen 770,00 Euro bis 1200,00 Euro. Die Partnerbäume beginnen bei 2700,00 Euro.
Familien- oder Freundschaftsbäume sind ab 3350,00 Euro zu haben. Ein Baum umfasst dann als Familien- oder Freundschaftsbaum bis zu zehn Grabstätten. Auf Wunsch werden Namenstafeln an den Stamm angebracht. Die Urnen, die aus biologisch
abbaubaren Material bestehen, werden bei der Bestattungszeremonie in einem gewissen Abstand zum Baum in die Erde gelassen: Sie werden 80 cm tief in die Erde gebracht, damit Waldbewohner nicht das Grab aufwühlen können. Hinsichtlich der Zeremonie
sind Hinterbliebenen kaum Grenzen gesetzt: Pfarrer oder Priester können selbstverständlich dabei sein, auch Musik wird ermöglicht.

Friedwald_Modellgrab

Bild: Blick in den Friedwald Kalletal, im Vordergrund rechts eine schön gewachsene Buche, die als Friedwaldbaum ausgewiesen ist.