Bei der amüsanten Lektüre des just (1. März 2017) erschienenen Buches DIE PHILOSOPHIE DES GÄRTNERNS herausgegeben von Blanka Stolz, kann man sich selber abprüfen zu welcher Sorte Gärtner man gehört.
Die 13 Autoren: (Brunhilde Bross-Burkhardt (Agrarwissenschaftlerin und Fachjournalistin), Severin Halder (Gartenaktivist), Judith Henning (Permakultur-Designerin), Annette Holländer (Samengärtnerin und Naturpädagogin), Miriam Paulsen (Schrebergärtnerin), Dagmar Pelger (Architektin), Maximilian Probst (Clemens-Brentano-Preisträger, Autor für ZEIT und taz), Roberta Schneider (Autorin), Kristina Vagt (Historikerin), Nicole von Horst (Internetaktivistin), Elke von Radziewsky (Autorin), Dieter Wandschneider (Professor für Philosophie)) kommen aus den unterschiedlichsten Fachdisziplinen und gehen sehr unterschiedlich an ihr Thema Garten heran.
Aber auch wenn die philosophischen und wissenschaftlichen Ansätze vielleicht weit weg von den Praktikeransätzen liegen, eins zeigt das Buch wieder: Gärtnern macht Glücklich und im Garten ist die ganze Welt zusammen. Wer die Welt verstehen will, jenseits von wirtschaftlichen und politischen Interessen, der kann hier sehen was passiert, wenn einem z.B. eine Sorte Insekten verloren geht.

Und selber, ja als spätberufene Kleingärtnerin, ist die Liebe zum Garten erwacht und selbst wenn es nur ein kurzer Gang durch den kalten, verschneiten Garten ist, der täglich machbar ist. Mensch ist ohne Garten nix. Ganz einfach.
Besonders hat mir der Text von Miriam Paulsen gefallen, mit den kurzen Gartengesprächen. Herrlich und so wahr. So oder mit ähnlichem Wortlaut habe ich die auch geführt, mit den alten Nachbarn meiner Eltern, oder mit den älteren Kindern der Nachbarn, die jetzt auch schon „alt“ sind. Die weggezogenen und wiedergekommenen oder die einfach für die eigene „Parzelle“ am Elternhaus zu spät entschieden waren und jetzt tatsächlich Schrebergärtner geworden sind. Oder die Nachbarn der Freunde in der Universitätsstadt die auch Schrebergärtner geworden sind.

Schön an dem Buch ist auch das die verschiedene Ansätze ob Philosophisch, Praktisch oder historisch ist. Die großen Gärtnernamen kommen vor, werden mal etwas „entzaubert“ dargestellt, oder auch in ihren menschlichen Bedingtheiten gesehen. Und nicht immer nur als Name Dropping genutzt.

Daher kann ich der Einschätzung folgen, dass es einmal um philosophierende Gärtner und gärtnernde Philosophinnen geht, dass aber das eigene gärtnern hier in Europa im Buch einen widerhall findet. Und der Band der mit einem schönen Din A 5 Format, einem schönen griffigen Einband samt Lesebändchen ausgestattet ist macht Lust darin zu lesen. Einmal für trübe Frühlingstage, die noch nicht so richtig in Schwung kommen, aber auch für heiße Gartentage, die die Gedanken wieder sammeln lassen, wenn erstmal alles getan ist.
Das Buch kommt am 1. März 2017 heraus und sollte 2017 bei keinem Gärtner/Gärtnerin fehlen, die auch mal über die Sandkrummen herüberblicken und auch im Garten lesend verweilen wollen.

Mehr Infos unter: www.mairisch.de/gaertnern
Bildquelle: Cover des Buches

Blanka Stolz (Hg.) DIE PHILOSOPHIE DES GÄRTNERNS
Blanka Stolz (Hg.) Die Philosophie des Gärtnerns Hardcover mit Lesebändchen & Titelprägung 224 Seiten, 2-farbig | 18,90 Euro Buch: ISBN 978-3-938539-43-9 E-Book: ISBN 978-3-938539-78-1