Gemüse auf dem Aasee in Münster, der passionierte Gärtern Wilm Weppelmann macht es möglich. Seit gestern schwimmt seine Gemüseinsel wieder auf dem Aasee.

ahoi gemüseinsel Bildquelle: Freie Gartenakademie Münster, An der Unterseite der schwimmenden Insel sind leere Plastikfässer
befestigt.

Früh waren die Helfer am Samstagmorgen auf, die Wilm Weppelmann für den Aufbau seiner schwimmenden Gemüseinsel engagiert hatte. Bereits um neun Uhr standen sie mit einem Kleintransporter und den fertig verladenen Bauversatzteilen am Aasee-Anleger und luden die einzelnen Elemente ab. Im vergangenen Jahr hatte die Konstruktion aus Holz dem Künstler zuverlässige Dienste geleistet. Jetzt schwimmt sie wieder auf dem Aasee.
Zwölf mal zwei Meter misst die Insel insgesamt. Weppelmann hatte sie für das Kunst-Projekt „aFarm“ im Sommer 2013 konstruieren lassen. Bis zu zwei Tonnen Erde finden darin Platz. Dies ist möglich, weil die Holzelemente von leeren Plastiktonnen getragen werden. Ausgedacht hat sich das Prinzip der Handwerker Norbert Bußmann. Mit Gurten werden die Tonnen unterseitig an der Insel befestigt, so dass sie auch bei Wind und Wetter nicht davon schwimmen können.
Noch in dieser Woche werden Erde und Bewuchs auf der Insel installiert werden. Wie im vergangenen Jahr wird Weppelmann von bis Ende August dann täglich um 17 Uhr mit dem Tretboot zur Insel fahren und das Gemüse gießen. Mit seiner Installation möchte er auf Projekte der Welthungerhilfe aufmerksam machen.
Doch was 2013 schon den Hauptteil des Projektes bildete, treibt er 2014 noch auf die Spitze: Ab dem 1. September möchte er einen Monat lang die Insel bewohnen und nicht ein einiges Mal verlassen.
„Wir arbeiten derzeit noch an den Details“, verrät der Künstler. Mit „Wir“ meint er sein Team aus fachlich ausgebildeten Helfern rund um Norbert Bußmann. Zu diesem Zweck nämlich wird die Konstruktion um entscheidende bauliche Elemente erweitert werden. Ein zweimal drei Meter großer Hauskubus sowie eine Komposttoilette und eine einfache Wasseraufbereitungsanlage müssen vor September noch an und auf seiner Insel den passenden Platz finden. „Die beste künstlerische Idee braucht Menschen, die etwas vom Handwerk verstehen, um sie auszuführen“, sagt Weppelmann.
Mit wenigen Handgriffen war es am Samstag geschafft: In einer knappen Stunde hatten Christoph Otto Hetzel, Aron Poggenhans, Thilo und Norbert Bußmann die Elemente befestigt, verschraubt und zu Wasser gelassen.
Auch Wilm Weppelmann packte kräftig mit an. „Ein bisschen Angst habe ich schon“, gibt er zu. Doch zurück will er nicht. Täglich wird der Künstler in seinem selbst gewählten Exil dann im September durch feste Rituale und künstlerische Aktionen auf menschliche Grundbedürfnisse hinweisen.

Bei journalistischen Fragen wenden Sie sich bitte an Edda Klepp (Ansprechpartnerin für „aFarm“-Pressefragen) unter Tel. 0171-4132452 oder per E-Mail unter e.klepp@gmx.de

Interviewanfragen bitte an Wilm Weppelmann unter 0152-01910166

Gemüse ahoi!