„Unser Projekt Blühende Landschaft Lippe ist schon jetzt ein großer Erfolg“, sagte die Schirmherrin des Projekts, Dr. Traute zur Lippe, jetzt in einem Planungsgespräch. Viele kleine und größere Blühflächen habe man bereits im vergangenen Jahr bis weit in den Herbst hinein in Detmold, aber auch in anderen Kommunen sehen können. Der schnelle sichtbare Erfolg in den lippischen Städten und Gemeinden und bei vielen Privatpersonen ermutige zu weiteren Initiativen.

Traute zur Lippe 2 Bildquelle: Die Schirmherrin des Projekts „Blühende Landschaft Lippe“, die promovierte Biologin Dr. Traute zur Lippe.

Für das Projekt hatte sich eine breite Aktionsgemeinschaft zusammengefunden. Sie reicht von den lippischen Kommunen über Naturschutzverbände, den Lippischen Heimatbund und dem Kreis-Imkerverein bis in die lippische Landwirtschaft, der Landeskirche und dem Westfälischen Freilichtmuseum. Angestoßen hatte das Projekt der Lippequalität e.V. auf seiner Mitgliederversammlung im Jahr 2013. Federführend ist die lippische Regionalbewegung Lippefreunde e.V. „Wir wollen“, so der Vorsitzende der Aktion, Günter Puzberg (Detmold), „uns der Verödung der Landschaft und vieler Gärten, der zunehmenden Versiegelung des Bodens, der Verschotterung, dem sterilen Grün, den Monokulturen und dem damit einhergehenden Rückgang wildlebender Bienen und Hummeln, vieler Schmetterlingsarten sowie dem Nahrungsmangel der Honigbienen entgegen stellen. Und wir wollen gemeinsam Akzente der Umweltgestaltung, der Biodiversität sowie der Verschönerung unserer Landschaft setzen. Dazu ist jeder willkommen, der diese Ziele unterstützt.“

2014-05-25 014Bildquelle: Einer der vielen in Detmold aufgeblühten Straßenränder und Verkehrinseln, sogenanntes Straßenbeleitgrün, im Spätsommer des vergangenen Jahres (Foto: Puzberg)

Das Projekt „Blühende Landschaft Lippe“ sei mit Bedacht langfristig angelegt. Denn nur mit ein paar bunten Tupfern sei es nicht gemacht. Das seien gute Anfänge. Das Ziel müsse aber ein grundsätzliches Umdenken und Umhandeln sein: weg von den häufig gemähten Grünflächen hin zu Wiesen, die sich bei seltener Maht eigenständig entwickeln können. Denn bei Flächen, die häufig gemäht werden, haben Blühpflanzen keine Möglichkeit, sich zu entwickeln, zu blühen und Samen reifen zu lassen, der sich wiederum aussät. Dann könnten auch Insekten keine Nahrung finden. Und weniger großflächige Unkrautvernichtung, denn jedes „Un“-Kraut sei auch Blühkraut.

Ein Fachberater der Aktion, der Leiter der Biologischen Station Schieder, Matthias Füller, hat wiederholt betont, es sei sinnvoller, dass sich ein Brachland entwickele und eine eigenständige Natur dort wieder eine Chance bekomme, als dass ein Gelände nur umgepflügt werde, um dort Blühsamen auszubringen. Was auf großen Freiflächen mit mehrjährigen Blühpflanzen sinnvoll ist, kann im Nahbereich der Gärten durch einjährige Arten gut ergänzt werden. Auch diese säen sich wieder aus, wenn man ihnen Zeit gibt, zu blühen und zu reifen. Genau dies geschah bereits im vergangenen Jahr in vielen Privatgärten und auf öffentlichen Flächen. Die kommunalen Grünflächenämter zögen hier zunehmend mit, so Puzberg, und die Bevölkerung danke es ihnen. Auch rechne sich die Einrichtung von Blühflächen auf längere Sicht, denn nur die Anfangsinvestitionen seien manchmal aufwändig, die Pflege über die Jahre aber oft viel wenig arbeits- und zeitintensiv, so der Initiator der Aktion.

Mit einer Vortragsveranstaltung soll das zweite Projektjahr gestartet werden. Dazu lädt die Aktionsgemeinschaft am Donnerstag, 5. März, um 19.00 Uhr in den großen Sitzungssaal des Kreishauses in Detmold ein. Referent ist der Diplom-Biologe Christian Venne von der Biologischen Station Paderborn-Senne, der als ausgesprochener Kenner der heimischen Fauna gilt und insbesondere Spezialist für Wildhummeln und Bienen ist. Mehr dazu unter: www.lippe-regional.de.