Mais wird zur Energiegewinnung in Biogasanlagen genutzt – das ist vielfach bekannt. Aus Ertragssicht gibt es schließlich kaum Konkurrenz zum Mais, sodass bereits von der „Vermaisung der Landschaft“ gesprochen wird. Nun gibt es eine Alternative: die neue Energiepflanzenmischung, deren Anbau von der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh und der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld gefördert wird. In Rietberg, Borgholzhausen, Herzebrock-Clarholz und Brockhagen erfolgte in diesem Frühjahr die Aussaat. Nun wurden die Energiewildpflanzen bei Landwirt Hubert Schulte-Döinghaus in Varensell das erste Mal geerntet.

Energiewildpflanzen

Die innovative Saatmischung aus 22 Wild- und Kulturpflanzen wurde von der Firma Saaten-Zeller entwickelt. Die mehrjährigen heimischen Pflanzen begeistern im Gegensatz zur üblichen Konkurrenz mit einer bunten Blütenvielfalt – und das mindestens fünf Jahre lang.
Dabei bedeuten die Energiewildpflanzen für den Landwirt relativ wenig Aufwand. Schließlich werden sie nur einmal im Jahr gedüngt und geerntet. Auch der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist kaum nötig. Dennoch bringen sie mit etwa 12 bis 16 Tonnen einen guten Trockenmasseertrag. Durch die späte Ernte bieten die Flächen zudem Schutz für Tiere und minimieren so die typischen Wildtierverluste. Zahlreiche Insekten werden von der bunten Blütenvielfalt angezogen – insbesondere Bienen, die in ihrem Bestand zurzeit gefährdet sind.

Die Biologische Station engagiert sich seit 2005 aktiv im Feldvogelschutz und setzt gemeinsam mit ortsansässigen Landwirten gezielte Schutzmaßnahmen um. Auch für die Einsaat der neuen Wildpflanzenmischung ist die Biostation auf Interesse bei den Landwirten gestoßen und konnte verschiedene Biogasbetreiber für den Versuchsanbau der Saatmischung gewinnen. Neben dem Kreis Gütersloh unterstützten auch der landwirtschaftliche Kreisverbandsvorsitzend Arnold Weßling und Ulrich Bultmann von der Landwirtschaftskammer NRW das Projekt. Beide erachten die Wildpflanzen als sehr wichtige Ergänzung zu den bisherigen Energiepflanzen, möchten weitere Erfahrungen mit deren Anbau machen und hoffen auf eine Nutzungsverbreitung im Kreis Gütersloh.

Die Erkenntnisse aus der ersten Testphase sollen im kommenden Jahr für den Anbau auf weiteren Flächen genutzt werden. Landwirte können sich bei Interesse einer Aussaat im kommenden Frühjahr gerne telefonisch unter 05241 – 85 2764 oder per Mail an Henning.Korte@gt-net.de bei Henning Korte von der Koordinierungsstelle Energie und Klima des Kreises Gütersloh melden.