Um es vorweg zu sagen, es ist keine Liebe auf den ersten Blick. Der Garten mit einem alten DDR-nostalgischen Altbau mit Satteldach, zugegeben nicht Rauputz, sondern Backstein, also noch etwas älter und die Lage, zwischen der Metropole Berlin und der polnischen Grenze. Wenige Stellen im Land sind so weit weg. Und dann dort eines dieser riesigen Grundstücke zu erwerben, um dort u.a. auch Garten zu machen.
Irre, illusorisch und einer Motivation geschuldet, die u.a. der Landlust diese vielen Leser beschert.

goldene Grubber Bildquelle: Galiani Verlag Berlin, Coverbild Goldener Grubber

Aber dann kam es doch ganz anders. Ich kenne diesen Ort, ich kenne die Geschichte, die Menschen und bin selber öfter da, um eben dort zu sein. Die Weite ist beeindruckend, die Lebensweise der neuen „Dörfler“ verständlich, weil ich selber so aufgewachsen bin. Viel Grün und Wiesen, die Kinder können auch mal ohne Handy unterwegs sein, die Autos selten. Und viel Platz für einen selber und für die eigenen Gedanken. Das Garten machen und gestalten ist Ausgleich und Ruhepol und es ist nicht zu verachten auch mal die Kinder da zu haben, damit ordentlich gebolzt wird.

Kat Menschik ist eine begnadete Zeichnerin und vielleicht etwas Mangalastig, wenn man die großen dem japanischen Komik nicht unähnlichen Zeichnungen mag, die viel offen lassen, von den gewaltigen Bildern, die einem im überwuchernden Garten so auflauern.

In echt ist es viel schöner und dramatischer, aber wer kann sich diese „Fehler“ schon leisten. Da hilft es, wenn das Gartengrundstück mit Haus soetwas wie ein Ferienhaus in erreichbarer Ferne von nur 1 Stunde Fahrtzeit ist. Das passiert vielleicht auch nur dann, wenn nicht jeden Tag nach dem rechten geschaut wird, wenn nicht jeden Tag die einen oder die zwei Stunden dran sitzen, die plötzlich in die Luft schießenden Pflanzen, die im Topf beim Gartencenter oder auf dem Bauernmarkt so harmlos und nett aussahen.

Der goldene Grubber ist ein Buch, das liebevoll und mit Schwung gemacht ist, surreale Tendenzen aufweist, die als Lebenserzählung eher selten und nicht oft vorkommen und wenn man als Leser vielleicht mehr Sehnsucht nach Garten als einen real existierenden Welt vor oder hinter dem Haus hat. Das was man Menschik lassen muß, mehr davon und unser Land wäre ein Stück weniger spiessig. Ein tolles Geschenk, macht was her, kann für Zeichnungsfans auch Sehnsucht nähren und sonst eines der Gartenbücher die für die Winterabende vor dem Kamin passen.