Jetzt ist es Zeit in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln. Bei dem recht warmen und feuchten Wetter der lezten Wochen sind die Pilze in den heimischen Wochen wieder aus dem Boden geschossen. Bis die Nachtfröste kommen kann jetzt gesammelt werden. Und der Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe gibt noch ein paar sinnvolle Tipps dazu:

„Weil sehr viel Pilze gesammelt wurden und werden, geht das Vorkommen an Steinpilzen, Pfifferlingen, Stockschwämmchen, Ritterlingen oder Maronen – den typischen Pilzen der Herbstmonate – zurück“, sagt Friedrich Schierholz, Leiter des Forstreviers Schwalenberg beim Landesverband Lippe. „Es ist besonders wichtig, dass Sammler nur die Pilze mitnehmen, die sie zu einhundert Prozent kennen, denn zu jedem Speisepilz gibt es ein giftiges Gegenstück, das den bekömmlichen Pilzen zum Verwechseln ähnlich sieht.“

PilzeAuch sollten Pilzsammler sich nicht zu weit von den Wegen entfernen und zu tief in Waldbestände eindringen: „Das Forstgesetz untersagt z. B. das Betreten von Dickungen – aus gutem Grund: Hier könnten Pilzsammler Wild in seinem Lebensraum stören“, ergänzt Braun. Bereits vor der Pilzsuche ist zu beachten, keine Plastiktüte, sondern ein offenes Gefäß zu verwenden. „Pilze sind sehr eiweißreich – in einer geschlossenen Tüte zersetzt sich das Eiweiß, sodass die Pilze ungenießbar werden oder sogar Giftstoffe bilden“, betont Schierholz.

Aus diesem Grund ist auch eine luftige, kühle Lagerung von Pilzen notwendig, die nicht sofort verzehrt werden können. „Sobald ein Pilz einen unangenehmen Geruch annimmt, sollte er nicht mehr verzehrt werden.“

Bei aller Pilzfreude sollten Pilze auch als wertvolle Lebewesen respektiert werden. So rät Schierholz, den Fruchtkörper des Pilzes vorsichtig aus dem Boden herauszudrehen, damit der eigentliche Pilz, das unterirdische Myzel, nicht verletzt wird. Wer besonders große Exemplare im Wald stehen lässt, kann zudem die Vermehrung der Pilze fördern: „Sie pflanzen sich durch Sporen fort, die im Pilzhut versteckt sind und mithilfe des Windes verbreitet werden.“

Pilze dürfen nur für den Eigenbedarf gesammelt werden, wodurch der Pilzbestand geschützt und Nachhaltigkeit gewährleistet werden soll. Pilze erfüllen wichtige Aufgaben für das Ökosystem Wald: Zum einen produzieren sie als Zersetzer neuen Humus, zum anderen gehen viele Pilze Symbiosen mit Baumwurzeln ein. „Pilze können Nährstoffe aufnehmen, die noch nicht stark mineralisiert sind, sie helfen den Bäumen so bei der Wasser- und Nährstoffaufnahme“, weiß Schierholz. Im Gegenzug erhält der Pilz vom Baum Traubenzucker als Produkt der Fotosynthese. Deshalb sollten Pilzsammler auch giftige Pilze nicht etwa ausreißen, sondern an ihren Standorten belassen.