Der Kunst im Garten gibt der diesjährige Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe eine Präsentationsfläche. Am 10. und 11. Juni laden kunstbegeisterte Naturliebhaber der Region in ihre Freiluftgalerien ein. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) organisiert zum sechsten Mal den Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe. Unter dem Motto „Hier blüht Dir was!“ präsentieren sich über 160 grüne Oasen.

Bildquelle: Kunst im Skulpturengarten Hagebölling in Paderborn-Sennelager. Foto: privat

„Anmutige Statuen fügen sich harmonisch in grüne Oasen ein. Hölzerne Riesen weisen mit ihren Armen in alle Richtungen. Großplastiken aus Stahl stellen einen auffälligen Blickfang dar. Die Natur selbst lässt sich als Kunstwerk inszenieren“, sagt LWL-Projektleiter Udo Woltering. Die münsterländische Künstlerin Mechthild Ammann zum Beispiel beteiligt sich am Tag der Gärten und Parks. Überall in ihrem Garten stehen expressive Skulpturen. Oft haben die aus Beton, Holz oder Blei gefertigten Figuren Löcher, in denen Bienen oder Vögel nisten können. In ihrem Skulpturengarten in Billerbeck (Kreis Coesfeld) gedeihen Clematis und 80 Rosensorten, ein Wassergarten ist angelegt und die rund 30 Statuen fügen sich in das Gesamtbild ein. Am Tag der Gärten und Parks finden Führungen durch Garten und Atelier statt.

Wie eine Impression aus der Romantik wirkt der Landschaftspark Rheder in Brakel (Kreis Höxter). Vor über 250 Jahren entstanden, ist die Anlage heute ein Ort für räumliche Inszenierungen der amerikanischen Künstlerin Jenny Holzer und des US-Dichters Henri Cole. Sie haben die Natur in ihr Werk eingebunden und mehr als 30 Baumstämme mit Texten versehen. Besucher entdecken diese Inszenierungen entlang der Wege und im Unterholz.

Zum Verweilen lädt der Garten Weitmeer in Dülmen ein. Horizonte, Wasser, Himmelsblau, Schiffe – die Landschaft des Nordens ist bevorzugtes Motiv von Jana Schmidt. Aus ihrer Heimat Mecklenburg zog die freischaffende Künstlerin nach Dülmen (Kreis Coesfeld) und betreibt dort ein offenes Atelier. In ihren „Garten Weitmeer“ lädt die Malerin am Tag der Gärten und Parks ein, präsentiert Kunst im Grünen und führt Gäste durch ihr Atelier.

Hier ein „Gesicht“ mitten im Rasen, dort eine Kräuterspirale, ein Bachlauf, dann wieder ein Insektenhotel: Immer wieder Neues entdecken Besucher im Künstlergarten Schmerlecke in Erwitte (Kreis Soest). Die außergewöhnlich gestaltete Anlage ist gespickt mit Kunstobjekten. Eine Fundgrube für Gartenliebhaber ist die Pflanzenbörse, die besondere Tomatensorten, Erdbeerspinat oder die „Hummelpflanze“ präsentiert. Zudem stellt die „Künstlerei Wahine“ Skulpturen und Kunsthandwerk aus.

Wilde Natürlichkeit strahlt der parkähnliche Biotopgarten Seeburg in Ostbevern (Kreis Warendorf) aus. Besucher spazieren entlang zweier Teiche und einer 200-jährigen Eiche, deren Äste wie ein Baldachin bis zum Boden reichen. Zwischen Gemüse- und Staudengarten picken Hühner, viele lauschige Plätzchen und verborgene Winkel laden zum Verweilen ein. Malerin Dietlind Seeburg hat das Idyll zusätzlich mit ihren Metallskulpturen belebt. Bei der Veranstaltung lädt sie auch in ihr Atelier Regenbogenfarben ein – der Name ist Programm.

In Paderborn-Sennelager (Kreis Paderborn) in der Nähe der A33 am Rande des Teutoburger Waldes hat Wilfried Hagebölling einen Skulpturengarten entworfen. Auf dem von alten Bäumen und Sträuchern gesäumten Areal einer ehemaligen Altensenner Hofstelle präsentiert er seine Arbeiten aus Stein und Beton, die sich in die bewusst verwilderte Umgebung einfügen. Die teils begehbaren, tonnenschweren Skulpturen lassen ganz spezielle Erlebnisräume entstehen und eröffnen neue Perspektiven.

Inmitten verschlungener Wege, Blumenbeete und Wasserstellen finden sich die Werke von Anne Bussen. Die Floristin hat in ihrem naturnahen Garten auf dem Noltenhof in Schieder-Schwalenberg (Kreis Lippe) florale Garten- und Kunstobjekte realisiert: mal ein überdimensionaler Kranz, mal aus Gehölzen gebundene Skulpturen, manche farbig, andere „en nature“.
Entsorgte Gegenstände sind das Material von Karl Erich Böttcher. Sein Kunstgarten in Telgte (Kreis Warendorf) ist Freiluftatelier für recycelte Objekte. Bemalte Bretter oder Altmetall fügt er zu futuristisch anmutenden Skulpturen zusammen, stapelt ausrangierte Kunststoffmöbel dekorativ zum Turm, setzt mit bunt bemalten Figuren Akzente. Ihm dient die Natur als Rahmen für Überbleibsel der Wegwerfgesellschaft, die hier eine neue Bestimmung bekommen. Außerdem stellen die „Weibsbilder“, malende Künstlerinnen aus Telgte, ihre Bilder aus.

Und auch der Skulpturengarten von Heidrun Bailly lohnt einen Besuch. Die Künstlerin in Westerkappeln (Kreis Steinfurt) fertigt in ihrem Atelier Skulpturen aus Keramik an – echte „Charakterköpfe“, buntes Federvieh und andere Objekte. Herzstück des Gartens ist eine Teichanlage mit verschiedenen Sitzmöglichkeiten.

Im Gräflichen Park in Bad Driburg (Kreis Höxter) ist ab Juni die begehbare Skulptur „Kopf und Körper Bad Driburg“ von Michael Sailstorfer zu sehen. Der in Berlin ansässige Künstler hat einen Aussichtsturm geschaffen: einen Kopf, der in die Landschaft schaut und in dem man in die Landschaft schauen kann.