Wir haben immer schon gewußt und gelebt, dass Gärten verbinden und die Menschen friedlich zusammen kommen lassen. (Kunstgeschichte lässt grüßen) Es geht doch nix über ein Paradiesgärtlein auf Erden.
In Westfalen-Lippe gibt es mehrere solcher Projekte. Der „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“ am 11. und 12. Juni präsentiert über 170 Anlagen, darunter einige Generationengärten.

Einige Generationen- und interkulturelle Gärten beteiligen sich am „Tag der Gärten und Parks in Westfalen-Lippe“, laden zu geführten Spaziergängen, zum internationalen Büffet oder – wie der Mehrgenerationenpark in Bad Wünnenberg (Kreis Paderborn) – zu Live- und Chor-Musik ein. Infos und Programm unter http://www.gaerten-in-westfalen.de.

Tag der Garten und Parks OWL

Bildquelle: Im Interkulturellen Siedlungsgarten Fürst Leopold in Dorsten wird gemeinsam die Tradition der Arbeitergärten lebendig gehalten. Foto: LWL

Weder Zäune noch Hecken trennen die Parzellen im Mehrgenerationengarten Lippstadt (Kreis Soest), am Rande des Theodor-Heuss-Parks. Durch Barrierefreiheit fördert die Anlage den Dialog zwischen Stadtteilbewohnern unterschiedlichen Alters und verschiedener Herkunft. Kindergartenkinder lernen dort spielerisch Natur und Umwelt kennen. Am Steinofen entstehen Backwaren aus aller Welt. Die Kräuter im Hochbeet sind in mehreren Sprachen beschriftet – jeder darf davon kosten. Das mehrfach preisgekrönte Projekt ist ein Beispiel friedlichen Miteinanders. Immer mehr Anwohner helfen beim Aufbau mit und identifizieren sich mit „ihrem“ Garten.

Einst gehörte zu jeder Wohnung in der Bergarbeitersiedlung „Fürst Leopold“ in Dorsten (Kreis Recklinghausen) ein kleiner Nutzgarten. Heute sind die Rasenflächen vielfach dem Asphalt gewichen. Im „Interkulturellen Siedlungsgarten Fürst Leopold“ hält der Bergbauverein Dorsten die Garten-Tradition der Zeche lebendig. Familien, Singles, Alleinerziehende und Rentner deutscher, türkischer, polnischer oder kasachischer Herkunft bestellen zusammen die Fläche. Einen Brunnen für die Schwengelpumpe haben sie ausgehoben und eine Laube gebaut. Kinder knabbern selbst gezüchtete Karotten und lernen viel über die Selbstversorgung der ehemaligen Bergarbeiterfamilien.

Auch im Dahliengarten Legden (Kreis Borken) „blüht“ die Kommunikation – und zwar im doppelten Wortsinn. Rund 1500 Dahlien entfalten ab Mitte Juli ihre Pracht im ehemaligen Apfelgarten des Pastors, 150 Züchtungen aus aller Welt. Die Rabatten im Schatten der Kirche erfordern ganzjährige Pflege: Übernommen haben diese Arbeit Anwohner aller Generationen. Zwei große Rasenflächen laden zum Picknick, zu Bewegung und Spiel ein, und im öffentlichen Bücherschrank findet sich Entspannungslektüre. Immer wieder bieten Ehrenamtliche botanische Führungen an.

Aus dem sprichwörtlichen Senfkorn einen Garten Eden zu schaffen – das gelingt Stück für Stück mithilfe vieler Freiwilliger im Bibelgarten der evangelischen Kirchengemeinde Bad Driburg (Kreis Höxter). Pflanzen im Frühjahr, Jäten und Rupfen im Sommer, solche Aktionen verbinden die Menschen in der Gemeinde. Schüler haben selbst gezimmerte Bänke aufgestellt, Senioren erleben im Bibelgarten symbolisch den „Weg des Lebens“.

Ein Generationengarten in einer Kleingartenanlage, das funktioniert hervorragend in Hamm-Bockum-Hövel. Lehrer und Kleingärtner nutzen die Parzelle, um Kindergartenkinder, Schüler und Bewohner des nahe gelegenen Seniorenstifts zusammenzubringen. Die Kinder lernen praktisches Arbeiten im Garten, das Säen, Pflanzen und Ernten von Nutzpflanzen sowie deren Verarbeitung. Junge und Alte kommen ins Gespräch und vergleichen Gartenarbeit von gestern und heute. In Hamm läuft auch die Initiative „Offene Gartenpforte Hamm“: Zu bestimmten Terminen machen Privatgärtner ihre gepflegten Anlagen für Besucher zugänglich – und somit westfälische Gartenkultur erlebbar. Der Generationengarten hat sich dieser Initiative angeschlossen.