Die Mitarbeiterallee des Landesverbandes Lippe im Silvaticum in Bad Meinberg wurde um den Baum des Jahres 2014 erweitert: Verbandsvorsteherin Anke Peithmann pflanzte zusammen mit Baumpaten Roland Bielesch aus Bielefeld eine Traubeneiche am vorgesehenen Standort inmitten des Länderwaldparks. „Damit zählt die Allee inzwischen 26 verschiedene Bäume – und ist so ein äußerst lebendiges Zeugnis für die Vielfalt der in Deutschland heimischen Baumarten“, zeigte sich Peithmann begeistert.

Traubeneiche

„Die Traubeneiche ist neben der Stieleiche, die 1989 als erster „Baum des Jahres“ ausgerufen wurde, die in Deutschland am weitesten verbreitete Eichenart“, erklärte Günter Harmel, Leiter des Forstreviers Belle beim Landesverband Lippe. „Gemeinhin gilt die Eiche als der Baum der Deutschen schlechthin – doch eine Art mit dem Namen Eiche gibt es im Grunde genommen nicht: Die Gattung der Eichen umfasst 400 bis 600 Arten – und die Traubeneiche ist eine davon.“

Traubeneichen stellen auch Förster vor Herausforderungen: „Trauben- und Stieleichen sind nicht einfachvo neinander zu unterscheiden, in der Forstwissenschaft wird sogar diskutiert, ob es sich bei ihnen nicht um ein und dieselbe Art handelt“, ergänzte Harmel. Dennoch gebe es markante Unterschiede: „Bei der Traubeneiche sitzen die Fruchtbecher an sehr kurzen, kaum wahrnehmbaren Stielen. Auch kommen Traubeneichen mit trockenen Standorten besser zurecht als Stieleichen.“ In ihrer Wuchsform seien sich vor
allem alte Stiel- und Traubeneichen sehr ähnlich: „Beide beeindrucken im Alter mit einer breiten Krone.
Traubeneichen weisen aber viel häufiger einen geraden Stamm auf, darum erzielen sie auf dem Holzmarktzum meist höhere Preise. Traubeneichen sind die klassischen Furnier-Eichen“, ergänzte Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe.
In vergangenen Jahrhunderten hatten Trauben- und Stieleichen Bedeutung für die Mast des Viehs: „Dieses wurde in Wälder getrieben, um es z. B. mit Eicheln zu mästen. In diesen Hudewäldern fanden sich deshalb stets Eichen, so genannte Hudeeichen“, betonte Harmel. Mit Blick auf den Klimawandel komme dieser Gattung künftig eine größere Bedeutung zu: „Eichen sind Pfahlwurzler, sie entwickeln weit nach unten wachsende Hauptwurzeln. Die Bäume sind deshalb sehr sturmfest“, erläuterte Braun. Das Silvaticum
sei für die Forstabteilung des Landesverbandes Lippe eine hervorragende „Lehrfläche“, auf der beobachtet werden könne, wie sich Baumarten – heimische, aber auch fremde – an den Klimawandel anpassen.

„Die Mitarbeiterallee ist dabei ein schönes Landschaftselement.“