Auf dem großen Vorplatz der Marktkirche in Paderborn legten Ooze Architects im Rahmen des Skulpturenprojektes Tatort Paderborn eine Gartenlandschaft aus Hochbeeten an. Die quadratischen Module wurden mit Heilpflanzen, Kräutern, Stauden oder Gehölzen bepflanzt. Einige von ihnen sind längst in Vergessenheit geraten. So ist eine Art moderner Klostergarten mitten in der Einkaufszone entstanden. Die Arbeit setzt stadtplanerische und ästhetische Akzente, indem sie eine prominente, innerstädtische Freifläche neu nutzt und Grundgedanken des Urban Gardening aufnimmt. Gemeint ist die Rückkehr von Nutzpflanzen in einen Lebensraum, aus dem sie schon vor langer Zeit verdrängt wurden. Und es geht nicht nur um das Züchten von Verzehrbarem. Wo es Urban Gardening gibt, entstehen auch neue Treffpunkte und grüne Oasen.

Das Urban Gardening-Projekt von Ooze Architects hat große Anziehungskraft. Die Geheimnisse selten gewordener Heilpflanzen, das üppige Wachstum und der ungewöhnliche Standort – auf dem Vorplatz der Marktkirche mitten in der Einkaufszone – machen viele Menschen neugierig. Am kommenden Dienstag, 15.07.2014, wird Eva Pfannes vom Architektur- und Projektbüro Ooze Architects aus Rotterdam zum Künstlergespräch nach Paderborn kommen. Treffpunkt ist die Städtische Galerie Am Abdinghof, dann geht es in den Garten, um vor Ort zu fachsimpeln.

urbane gaertenFoto: © Thorsten Arendt

Pflanzenumzug und Bürgerengagement

Ein Thema wird sicher auch der „Libori-Umzug“ eines Teils der Pflanzkisten sein. Die Hochbeete auf dem Bürgersteig vor der Marktkirche wandern dann auf den Kardinal-Degenhardt-Platz vor der Stadtbibliothek. Dass dieser Teil des Kräutergartens der Ausstellung TATORT PADERBORN – Phänomen Fußgängerzone zum Liborifest würde weichen müssen, war von vornherein klar. Aber der Umzug zur Stadtbibliothek ist ein Glücksfall. In einer konzertierten Aktion der Gruppe „Transition Town Paderborn“, Pro Grün, der Stadtbibliothek und des städtischen Umweltamtes ist es so gelungen, den Kräuterkisten einen gute Zukunft zu sichern. Gepflegt werden die Pflanzen dann ehrenamtlich durch die Transition-Town-Gruppe („Stadt im Wandel“/Teil eines internationalen Netzwerks) und durch Pro Grün. Auf dem Vorplatz der Marktkirche bleibt der Kräutergarten bis zum Ende der „Tatort“-Ausstellung im September bestehen.

Das Konzept des Urban Gardenings fällt in Paderborn im wahrsten Sinne auf fruchtbaren Boden, schon mehrere Institutionen und Einzelpersonen haben sich gemeldet und sind an einer Fortführung der Arbeit interessiert. Ooze Architects begrüßen diese Schritte in die Nachhaltigkeit und in die Stadt hinein.

Letztes Künstlergespräche zum TATORT PADERBORN

Das Künstlergespräch ist die letzte Veranstaltung der Reihe mit Gesprächen zum Kunstprojekt TATORT PADERBORN – Phänomen Fußgängerzone. Sara Hornäk, Professorin der Universität Paderborn/Fach Kunst, hat gemeinsam mit Studierenden und in Kooperation mit dem Kurator Florian Matzner insgesamt sechs Künstlerinnen und Künstler eingeladen, ihre eigens für Paderborn und zum Thema Fußgängerzone entwickelten Arbeiten vorzustellen und darüber zu diskutieren.