Es war ein großer Schreck am frühen Morgen. Als Wilm Weppelmann von der Freien Gartenakademie Münster,  die Lage seiner Gemüseinsel am Aasee in Münster inspizierte, sah er sofort, dass etwas nicht stimmte: Unbekannte hatten den Apfelbaum ausgerissen und von der Insel verschleppt.

Wepelmann GemüseinselFriedlich lehnte der Baum im Sonnenschein an den Aaseekugeln. Im Inneren des Künstlers sah es hingegen alles andere als gelassen aus. „Das hat mir schon einen Stich versetzt“, sagte er. „Da sieht man mal, wie verletzlich das ganze Projekt ist.“
Bis September fährt der Künstler derzeit täglich mit dem Tretboot um 17 Uhr zur Insel herüber, um die zarten Pflänzchen zu pflegen. Dann wird er selbst für einen ganzen Monat auf die hölzerne Konstruktion ziehen und dort ein ambitioniertes künstlerisches Programm absolvieren.
Am Mittwoch, 16. Juli 2014 war nun aber erstmal die Rettung des Baumes angesagt. Christoph Otto Hetzel, der auch schon bei der Installation der Insel vor ein paar Wochen kräftig mit anpackte, war sofort zur Stelle. Und auch ein paar zufällige Beobachter der Rettungsaktion halfen mit, den Baum zurück auf die Insel zu transportieren. „Das ist dann immer die andere Seite der Medaille“, freute sich Weppelmann über die Unterstützung. „Es ist und bleibt ein Experiment. Sturm, Blitz und jetzt wohl auch Vandalismus können dem Projekt schaden. Aber das macht eben den Reiz eines Gartens aus.“