Was in Mitteleuropa als Haselnussstrauch bekannt ist, wächst in anderen Regionen zu einem Baum heran: Der so genannte Baum-Hasel, ein Verwandter des in Deutschland weit verbreiteten Strauches, kann in seinen Ursprungsgebieten im Kaukasus oder im Himalaya bis zu 20 Meter hoch werden. Im Silvaticum in Bad Meinberg ist seit wenigen Tagen ein solcher Baum-Hasel zu bewundern: Er war einer von insgesamt 16 Bäumen, die von Baumpaten im Länderwaldpark gepflanzt wurden.Günter Harmel, Leiter des zuständigen Forstreviers Belle beim Landesverband Lippe, hatte vergangenesJahr Interessierte eingeladen, Patenschaften für neue Bäume im Silvaticum zu übernehmen. Nachdem imHerbst 2013 auf einer Streuobstwiese 16 alte, regionale Apfelsorten von Paten gepflanzt worden waren,ging es nun darum, in den Waldgesellschaften fehlende Bäume zu ergänzen.

Baumpflanzen Der Bad Meinberger Heinz-Jürgen Tötemeier (l.) pflanzt einen Baum-Hasel, die beiden Forstwirte Sascha Stephan (M.) und Karl-Heinz Hombitzer (r.) gehen ihm zur Hand. (Foto: Landesverband Lippe).

„Rund 30 Baumfreunde waren gekommen, um 16 Baumarten u. a. in den Waldgebieten Kaukasus, Balkan, China/Himalaya, Japanund Nordamerika zu pflanzen, zum Beispiel einen Baum-Hasel, eine Kaukasische Flügelnuß, einen Speierling oder eine Schlangenhaut-Kiefer. Über diese große Resonanz freuen wir uns sehr“, sagt Harmel. Auf einem rund zweistündigen Rundgang bei herrlichem Frühlingswetter stellte er den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die einzelnen Waldgebiete und die Charakteristik der zu pflanzenden Baumarten vor: „Der Baum-Hasel ist z. B. mit Blick auf den Klimawandel interessant: Er könnte ein Gewinner sein und Mitteleuropa als Verbreitungsgebiet erobern.“ Das Silvaticum hat für Bad Meinberg und für die Forstabteilung des Landesverbandes Lippe eine große Beutung: „Auf ca. 30 Hektar finden wir hier ca. 110 unterschiedliche Baum- und Straucharten aus zwölf Waldgebieten der nördlichen Erdhalbkugel, der Länderwaldpark ist deshalb ein schönes Naherholungs-, aber auch ein Lehrgebiet für Gehölzkunde“, erläutert dazu Hans-Ulrich Braun, Leiter der Forstabteilung des Landesverbandes Lippe. Die Bäume im Silvaticum sind inzwischen über 50 Jahre alt, deshalb habe das Areal auch eine forstwissenschaftliche Bedeutung: „Das Wuchsverhalten dieser Baumarten kann hier, vor dem Hintergrund des Klimawandels, beobachtet werden, um daraus Anbauempfehlungen für unsere Region abzuleiten“, so Braun. Das Silvaticum Bad Meinberg habe deshalb Potential: „Wir wollen es erhalten und weiter ausbauen, u. a. mit Unterstützung von Baumpaten. Patenschaften bieten Bad Meinbergern und Naturfreunden eine gute Möglichkeit, sich mit dem Silvaticum zu identifizieren.“