Die westlich des Norderteichs liegenden artenreichen Feuchtwiesen sind für den Naturschutz von großer Bedeutung. Hier wachsen seltene Pflanzenarten wie das Breitblättrige Knabenkraut (eine Orchideenart), Kuckuckslichtnelke, verschiedene Seggen und Binsen. Auch die Insektenwelt ist hier reichhaltig. Die zum Naturschutzgebiet „Norderteich mit Naptetal“ gehörenden Flächen sind jedoch durch eindringende Gebüsche beeinträchtigt. Diese verdrängen die Grünlandarten und entziehen den Feuchtwiesen Wasser. Ließe man sie frei gewähren, würden sie im Laufe der Jahre die Wiese überwuchern. In diesen Gehölzstreifen stehen auch zahlreiche Kopfweiden, die dringend einen Schnitt benötigen, da sie sonst auseinanderbrechen.

Aus diesem Grund haben der Landesverband Lippe als Eigentümer des Naturschutzgebietes, die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Lippe und die Biologische Station Lippe ein Maßnahmepaket entwickelt, mit dem der ökologische Zustand dieses wertvollen Lebensraumes wieder verbessert werden soll. Gestaffelt über mehrere Jahre sollen deshalb auf den Wiesen in der Nachbarschaft des Norderteiches Gebüsche zurück gedrängt, Kopfweiden geschnitten und Hecken gepflegt werden. Durch die abschnittweise Durchführung der Maßnahmen wird gewährleistet, dass immer genügend Weidenkätzchen im Frühjahr für Wildbienen zur Verfügung stehen. Auch die Schlehenhecken werden nicht vollständig zurückgedrängt. Selbstverständlich bleiben Eichen in den Heckenstrukturen unangetastet. Auf den feuchten Böden ist ein Einsatz von Motorfahrzeugen nur bei schwerem Frost möglich. Andernfalls wird das Schnittgut zum Weg getragen, dort gehäckselt und aus dem Gebiet abtransportiert.

Die Koordination dieser Maßnahme wird von der Biologischen Station Lippe in enger Absprache mit Revierförster Günter Harmel vom Landesverband Lippe, der diese Biotope angelegt hat und bis heute pflegt, übernommen. Die praktische Durchführung erfolgt durch die Biologische Station Lippe und startet voraussichtlich am 5. Februar 2014.